[PR] Gain and Get More Likes and Followers on Instagram.

t.i.d.dsche_girl_ t.i.d.dsche_girl_

128 posts   159 followers   159 followings

Crime-Gang❤️Dschee✨💋  Jan 1x ❤️ (😻😻😻😻) Abdel 1x ❤️ Sarah 1x ❤️ & 1x 💬 Weder #jandre noch #jalina, Jan gehört mir😌💋💋❤️✨😍

Edit für @itsjanmeyer & @ccrealmvp ————————————
•App: PicsArt•
————————————
Ist mein erstes Edit🙃
Jaaaa guuut bin nicht ganz zufrieden. Jan sollte eigentlich auch nochmal als Sticker rein, aber ist hab’s überhaupt nicht geschissen gekriegt den auszuschneiden hahahahah🙄😂 Feedback?😊💗

-Jan-
Er ist so süß. Ich würde ihn so gern hier behalten, aber ich will auch, dass er seine Träume auslebt... die ganze Nacht dachte ich darüber nach, Andre schlief tief und fest. Es ist ja nicht ein Leben lang... nur ein zwei Jahre, danach kann ich vielleicht auch zu ihm kommen. Oder er kommt zurück. Übermorgen, oder besser: morgen. Es ist nämlich 5:00 Uhr morgens. Ich muss mit Andre reden. Ich schaute ihm noch ein wenig unschlüssig beim schlafen zu, dann weckte ich ihn sanft mit Küssen. „Was ist, Baby, hab ich verschlafen?“ Er guckte total verpennt. Er ist so süß, will ich ihn wirklich gehen lassen? Und dann jeden Morgen alleine aufwachen? „Nein, aber ich möchte mit dir reden...“ „Ist was? Ist irgendwas passiert?“ „Mir gehts gut, alles gut.“ naja das war nur die halbe Wahrheit... wenn man davon absieht, dass mein Freund morgen für zwei Jahre, oder mehr, nach Amerika geht und ich die ganze Nacht mit mir und meinem Gewissen gerungen hab, dann geht’s mir gut. „Was ist denn dann?“ Ich holte tief Luft. „Wegen heute Abend, oder besser gesagt gestern Abend: Ich möchte, dass du deine Träume lebst und diese Chance nutzt. Ich hab in Deutschland auch noch Freunde und Familie und außerdem kannst du mich ja besuchen kommen.“ Ich hab ohne ein Einziges Mal Luft zu holen geredet, jetzt war es raus. „Ehrlich? Du würdest damit klar kommen?“ Nicht heulen!! „Jap.“ Meine Stimme versagte mir. „Ich möchte, dass du die Wahrheit sagst. Ich möchte kein schlechtes Gewissen haben müssen.“ „Musst du nicht.“ „Ich will aber nicht, dass es mir gut geht und du hier alleine sitzt und in Traurigkeit versinkst.“ „Werd ich nicht.“ Eine Träne stahl sich aus meinem Augenwinkel. Ich wischte sie schnell weg. Aber er hat es gesehen. „Ich... ich werde das hinkriegen. Ich will, dass du glücklich bist und deinen Träumen nachgehen kannst. Dann bin ich auch glücklich.“ Ich fing an zu schluchzen. Er nahm mich in den Arm und strich mir beruhigend über den Rücken. Heute ist mein letzter Tag mit ihm. Morgen fliegt er los. Von dem Gedanken musste ich noch mehr heulen. „So lasse ich dich hier auf keinen Fall allein. Und jetzt schlafen wir noch ein paar Stunden.“ So schlief ich dann in seinem Arm ein.
//Fb?💓

#HOLYXMAS Das ist einfach mein Favorite Hoodie😍🔥💚🧡

Talking to the Moon
2026
-Jan-
Vor ein paar Jahren haben wir aufgehört mit YouTube. Es war doch kindisch. Außerdem hab ich mich nicht richtig wohl gefühlt, weil wir nie unsere Liebe öffentlich machen konnten. Cengiz und Sarah wohnen jetzt in einem kleineren Ort in Niedersachsen, sie haben geheiratet und inzwischen ein Kind.
Andre und ich waren jahrelang beste Freunde. Seit drei Jahren sind wir jetzt zusammen. Ich liebe ihn jeden Tag mehr. Wir sind sogar schon verlobt. Ich möchte ihn nie verlieren. Ich liebe ihn. Er ist der Beste und das Beste, was mir je passieren konnte. In ein paar Minuten kommt er nach Hause, er will mit mir essen gehen. Ich freue mich total. In letzter Zeit ist er oft an der Uni. Er ist dort Professor. In Naturwissenschaften. Ich mache was mit Musik. Es ist einfach meine Leidenschaft. [20 min später] „Hey Dsche.“, rief er schon im Flur. Ich rannte zu ihm hin und fiel ihm um den Hals. Jetzt musste ich eine Menge Küsse über mich ergehen lassen. Er aber auch. „Gehen wir?“ „Ja klar, ich zieh nur noch schnell meine Jacke und meine Schuhe an.“ Dann gingen wir durchs Treppenhaus nach unten und Arm in Arm durch die Stadt. Im Restaurant bestellten wir. Plötzlich wurde Andre ernst. „Jan. Ich muss mit dir reden.... Heute in der Uni haben sie mir ein Angebot für eine neue Stelle gemacht.“ Ich hätte irgendwie mit allem gerechnet, nur damit nicht. „Keine Professur, was wirklich mit forschen und so...“ „Und wo?“ „Das ist es ja gerade. Es ist in Amerika...“ Autsch. Ich weiß, dass er da do gerne hin würde. Ich will ihn aber nicht gehen lassen... „Und? Willst du’s machen?“ „Ich würde so gerne. Aber ich will dich nicht allein lassen.“ Fuck wie Cute! Ich liebe diesen Typen so sehr. „Was würdest du da dann machen?“ „Ich könnte im Ozean forschen. Ich könnte auch an eine Uni gehen, eine richtige Highclass...“ Wie er sich das wünscht. Ich seh’s in seinen Augen. „Wann würde es denn losgehen?“ Stark, Jan. Bleib Stark. Nicht hier vor allen heulen. „Es ist ziemlich spontan. Übermorgen.“ Nur noch zwei Tage? O Gott. Nein nein nein. „Und wie wärs wenn ich mitkomme?“ Er schaute betreten. (⬇️)

Ein kleiner Einblick... wenn ihr mehr sehen wollt-> @leja.covers

Eleonore Schmalzler war eine stattliche Frau. Die Siebenundvierzig Jahre im Dienst der Familie hatten ihre Schläfen ergrauen lassen, Schultern und Rücken waren jedoch gerade wie in den besten Tagen ihrer Jugend. In Pommern war sie Kammerzofe der gnädigen Fräuleins Alicia von Maydorn gewesen, und nach deren Heirat folgte Eleonore ihrer Herrin in das Augsburger Domizil. Eigentlich eine Mesalliance - Johann Schiebler war ein Fabrikant, der Sohn eines Lehrers aus der Provinz. Ein Aufsteiger, der es zu etwas gebracht hat. Die Adeligen von Maydorns hingegen hatten abgewirtschaftet, zwei Söhne waren Offiziere und kosteten nur, das Gut in Pommern war hoch verschuldet. Dazu war Alicia bei ihrer Verlobung schon Ende zwanzig, ein spätes Mädchen. Sie hatte ein steifes Fußgelenk seit ihrer Kindheit - ein unglückseliger Treppensturz, der ihren Wert auf den Heiratsmarkt zusätzlich geschmälert hatte. Mit der Position der Hausdame würde Eleonore Schmalzler anfangs nur aushilfsweise betraut. Alicia Schiebler misstraute dem Personal aus der Stadt, die Leute waren ihrer Ansicht nach nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und nicht auf das Wohl des Hauses. Es hatte zwei Butler und eine Hausdame gegeben, die Alicia nach kurzer Zeit wieder fortschickte. Eleonore Schmalzler aber bewährte sich vom ersten Tag an glänzend. Sie verband die Anhänglichkeit an ihre Herrin mit einer natürlichen Begabung, Menschen zu führen. Wer in der Tuchvilla arbeitete, hatte seinen Dienst als Privileg zu sehen, das man sich durch Tugenden wie Ehrlichkeit, Fleiß, Verschwiegenheit und Treue verdienen musste.
Sry für so kurz, hatte heute einfach null Zeit...💕💕

„Na, das hat uns hier noch gefehlt. Eine Fallsüchtige. Da war mir ja Gertie mit ihren Männergeschichten noch lieber...“ Regina wagte nicht, die Augen aufzuschlagen. Sie musste in Ohnmacht gefallen sein. Das war seit ihrem Blutsturz nicht mehr passiert. Hatte sie etwa wieder Blut gespuckt? O Gott - nur das nicht. Sie hatte sich damals fürchterlich erschrocken. Helles Blut war aus ihrem Mund gelaufen. Schrecklich viel. So viel, dass sie hinterher nicht mehr stehen konnte. „Halten sie ihr dummes Maul“, knurrte die Köchin. „Das Mädel ist vollkommen ausgehungert, kein Wunder, wenn sie umfällt. Da - nehmen Sie mal die Tasse.“ Jemand griff ihr mit rauer Hand unter die Schultern, hob ihren Oberkörper ein wenig an. An den Lippen spürte sie den warmen Rand eines Bechers, es roch nach Kaffe. „Trink, Mädel. Das bringt dich wieder auf die Beine. Nun trink schon. Einen kleinen Schluck.“ Regina blinzelte. Dicht vor ihr war das Gesicht der Köchin, unschön, schweißbedeckt, aber gutartig. Dahinter erkannte sie die dünne schwarze Gestalt der Jordan. Die Silberbrosche blitzte an ihrer schwarzen Bluse, und in ihrem Gesicht spiegelte sich Abscheu. „Was päppeln Sie die noch auf? Wenn sie krank ist, wird Fräulein Schmalzler sie sowieso wieder fortschicken. Ist gut so. Sehr gut so. Sie bringt Unheil, wenn sie bleibt. Großes Unglück trägt sie ins Haus, ich weiß es....“ „Gießen Sie mal den Tee über, das Wasser kocht.“ „Das ist nicht meine Aufgabe!“ Regina entschloss sich, nun doch einige Schlucke Kaffee zu trinken. Auch wenn sie damit kundtat, dass sie wieder unter den Lebenden war, was sie gern verborgen hätte. Sie konnte die nette Köchin nicht so hängen lassen. Und zum Glück schien sie kein Blut gespuckt zu haben. „Na also“, murmelte die Köchin zufrieden. „Geht‘s wieder?“ Regina wurde übel von dem starken, bitteren Getränk. Sie ließ den Kopf zurückfallen und lächelte mühsam. „Geht schon.... Danke für den Kaffee...“ „Bleib noch ein Weilchen liegen. Wenn‘s dir besser geht, bekommst du was anständiges zu essen.“ Regina nickte gehorsam, obgleich die Vorstellung von einer Buttersemmel oder gar einer Hühnersuppe ihren Magen anhob. (⬇️)

Die Küche war ein Ort der Zuflucht. Warm, hell und voller köstlicher Düfte. Ein Raum, der von saftigem Schinken, frischem Brot und Kuchen erzählte, von köstlichen Pasteten, Hühnersüppchen und Rindsbouillon. Der nach Thymian, Rosmarin und Salbei duftete, nach Dill und Koriander, nach Nelkenblüten und Muskat. Regina stand bei der Tür und starrte auf den langen Tisch, an dem die Köchin allerlei Vorbereitungen betrieb. Erst jetzt bemerkte sie, wie kalt es draußen gewesen war, und sie begann zu zittern. Wie schön war die Aussicht, mit einer Tasse Milchkaffee neben dem Ofen zu sitzen, die Wärme zu spüren, den Geruch des Wohllebens einzuatmen und dabei in langsamen Schlucken den heißen Kaffee zu schlürfen.
Ein lauter Schrei ließ sie zusammenfahren. Ausgestoßen hatte ihn eine ältlich aussehende zierliche Frau, die soeben die Küche von der anderen Seite betrat und bei Reginas Anblick erschrocken zurückprallte. „Heilige Jungfrau!“, stöhnte sie und presste beide Hände auf die Brust. „Da ist sie! Der Herr steh mir bei. Genau wie der Traum. Herr Jesus Christus, beschütze uns vor allem Unheil...“ Die Frau musste sich gegen die Wand lehnen und riss dabei einen kupfernen Topf vom Haken, der scheppernd auf den gekachelten Küchenboden fiel. Regina erstarrte vor Schreck. „Sind sie jetzt ganz und gar verrückt geworden, Jordan?“, keifte die Köchin erbost. „Hauen mir meinen besten Gemüsetopf herunter. Gnade Ihnen Gott, wer der jetzt eine Delle oder gar einen Sprung hat.“ Die zierliche Frau, die gerade mit Jordan angeredet worden war, nahm das Geschrei der Köchin kaum wahr. Schwer atmend löste sie sich von der Wand, griff sich mit den Händen in die Frisur, die mit einer schwarzen Schleife geschmückt war. Schwarz waren auch ihre Bluse und der Rock, dazu trug sie eine kleine Brosche, eine in Silber gefasste Gemme mit dem Abbild eines zarten Mädchenkopfes. „Es.... es ist nichts“, flüsterte sie und legte beide Handrücken auf ihre Schläfen, als habe die Kopfschmerzen. Migräne bekam nur die „Gnädige“, eine Angestellte hatte ganz ordinäres Kopfweh, und das kam vom Suff und vom Nichtstun. „Wieder geträumt, wie?“, knurrte die Köchin und angelte den Topf unter dem Tisch hervor. (⬇️)

Als die Herrschaften im Wagen verstaut waren, fuhr der Chauffeur mit ihnen um die Blumenrabatte, in der rote Astern, rasafarbige Dahlien und lila Heidekraut blühten. Nach diesem gemächlichen Wendemanöver knatterte das Gefährt wieder in Richtung Tor. Es fuhr so dicht an Regina vorüber, dass das vorstehende Trittbrett ihren im Wind flatternden Rock berührte. Grüne Männeraugen streiften Regina mit unverhohlener Neugier. Der junge Herr hatte den Hut abgesetzt, das nachlässig geschnittene, blonde Haar und der rote Bart gaben ihm das Aussehen eines unbesorgten Studenten. Er lächelte Regina zu, dann beugte er sich vor und sagte etwas zu der Dame in Rot, worauf alle zu lachen begannen. Machten sie sich über das schlecht gekleidete Mädel mit dem Bündel über der Schulter lustig? Regina verspürte einen Schmerz in der Brust, sie müsste wieder gegen den Impuls ankämpfen, auf der Stelle kehrtzumachen und zurück ins Waisenhaus zu laufen. Aber sie hatte keine Wahl.
Der Qualm, den das Automobil hinterließ, stank nach Benzin und heißem Gummi, sodass sie husten musste. Entschlossen ging sie um die Blumenrabatte herum zum linken Nebeneingang und betätigte den Türklopfer aus schwarzem Eisen. Es tat sich nichts - vermutlich waren alle an der Arbeit, es war schon gegen zehn. Als sie zweimal erfolglos geklopft hatte und schon entschlossen war, die Tür einfach aufzuklinken, hörte sie endlich Schritte. „Jesses Maria- das ist die Neue. Warum macht ihr denn keiner auf? Traut sich nicht herein, das Mädel....“ Die Stimme war jung und hell. Regina erkannte das Hausmädchen wieder, das vorhin das Portal für die Damen geöffnet hatte. Sie war ein rosiges, blondes Wesen, kräftig und gesund, ein harmloses Lächeln lag auf ihrem Breiten Gesicht. Vermutlich stammte sie aus einem der umliegenden Dörfer, ein Stadtkind war die auf keinen Fall. „Komm herein. Brauchst dich nicht zu schämen. Bist die Regina, ja? Ich bin die Auguste. Zweites Stubenmädchen. Schon seit einem guten Jahr.“ Darauf schien sie mächtig stolz zu sein. Was für ein Haus! Sie Beschäftigten zwei Stubenmädchen! Da, wo Regina vorher angestellt gewesen war, hatte sie alle Arbeit, auch das Kochen und Waschen allein machen müssen. (⬇️)

Das altmodische Eisentor aus ineinander verschlungenen Blütenranken stand einladend offen. Der Fahrweg wand sich durch den Park und endete in einem gepflasterten Platz, in dessen Mitte sich eine Kreisrunde Blumenrabatte befand. Niemand war zu sehen, aber aus der Nähe wirkte die Villa noch einschüchternder, besonders der Säulenvorbau, der sich über zwei Etagen erhob. Die Säulen stützen einen Balkon mit steinerner Einfassung- vermutlich hielt der Fabrikherr von hier oben am Silvesterabend eine Rede an seine Arbeiter. Die starrten ehrfürchtig zu ihm und seiner in Pelze gehüllte Gattin hinauf. Vielleicht bekamen sie ja Schnaps oder Freibier an den Feiertagen. Sekt ganz bestimmt nicht, den Champagner trank der Fabrikherr mit seiner Familie.
Ach, eigentlich wollte sie hier nicht arbeiten. Wenn sie hinauf in die davonziehenden Wolken schaute, schien es, als bewegte sich das hohe Backsteingebäude auf sie zu, um sie unter sich zu zermalmen. Aber es war ihre letzte Chance. Also hatte sie wohl keine Wahl. Regina musterte die Front der Villa. Rechts und links des Säulenvorbaus gab es je eine Pforte, das waren die Eingänge für die Angestellten und die Lieferanten. Während sie noch überlegte, welche der beiden Türen sie nehmen sollte, vernahm sie hinter sich das knatternde Geräusch eines Automobils. Eine dunkle Limousine tuckerte dicht an ihr vorüber. Als sie erschrocken zur Seite sprang, konnte sie das Gesicht des Chauffeurs erkennen. Er war noch jung und trug eine blaue Schirmmütze mit einer goldfarbigen Kokarde darauf. Aha, dachte sie. Jetzt holt er den Fabrikherrn ab und fährt ihn in sein Büro. Dabei ist die Fabrik doch nur ein paar Schritte entfernt. Höchstens zehn Minuten zu laufen. Aber so ein reicher Herr geht nicht zu Fuß, da könnten ja seine teuren Schuhe und er gute Mantel dreckig werden. Neugierig und ein wenig missgünstig starrte sie auf das Portal unter den Säulen, das sich jetzt öffnete. Ein Hausmädchen war zu sehen, in dunklem Kleid und heller Schürze, auf dem glatt zurückgekämmten Haar ein weißes Häubchen. Dann zwei Damen, in lange Mäntel mit weichen Pelzkrägen gehüllt, die eine in Dunkelrot, die andere in Hellgrün. (⬇️)

Erzähler:
Augsburg,Herbst 1913
Nachdem sie das Jakobertor hinter sich gelassen hatte, waren ihre Schritte immer langsamer geworden. Eine andere Welt tat sich hier am östlichen Stadtrand auf. Nicht beschaulich und eng wie die Gässchen in der Unterstadt, sondern lärmend und gewaltsam. Wie mittelalterliche Festung lagen die Fabrikanlagen in den Wiesen zwischen den Bachläufen, jede von einer Mauer umgeben, damit kein Unbefugter das Gelände betrat und kein Arbeiter der Aufsicht entging. Innerhalb dieser Festungen vibrierte und lärmte es ohne Pause, Schornsteine schickten schwarzen Rauch in den Himmel, in den Hallen ratterten die Maschinen Tag und Nacht. Regina wusste aus Erfahrung: Wer hier arbeitete, der wurde zu einem grauen Kieselstein. Taub vom Dröhnen der Maschinen, blind vom aufwirbelnden Staub, stumm von der Leere im Hirn.
Es ist deine letzte Chance!
Regina blieb stehen und blinzelte gegen die Sonne zu Schieblers Tuchfabrik hinüber. Einige Fenster blitzten im Morgenlicht, als brenne dahinter ein Feuer, die Mauern waren jedoch grau, und in ihrem Schatten erschienen die Hallen fast schwarz. Die Villa auf der anderen Seite aber leuchtete in rotem Backstein, ein traumschönes Dornröschenschloss inmitten eines Herbstbunten Parks.
Es ist deine letzte Chance! Warum hatte Fräulein Pappert das gestern Abend dreimal wiederholt? So, als bliebe für Regina nur Gefängnis oder Tod, falls sie auch jetzt wieder fortgeschickt würde? Sie fasste das schöne Gebäude genauer ins Auge, aber es verschwamm vor ihrem Blick, vermischte sich mit Wiesen und Bäumen des Parkgeländes. Kein Wunder, sie war noch schwach von dem Blutsturz vor drei Wochen, und dann hatte sie heute früh vor Aufregung kaum was gegessen.
Also gut, dachte sie. Es ist wenigstens ein hübsches Haus, und ich werde nicht nähen müssen, sondern andere Dinge tun. Und wenn sie mich hinüber in die Fabrik schicken, laufe ich einfach fort. Niemals wieder Plage ich mich zwölf Stunden am Tag mit einer verölten, schwarzen Nähmaschine herum, bei der ständig der Faden reißt.
Sie rückte das Bündel auf ihrer Schulter zurecht und ging langsam zum Eingang des Parkgeländes. (⬇️Kommis⬇️)

Most Popular Instagram Hashtags